Lumpenroman in Bremen. Am 22.11.2012

Die Damen, die Herren. Am 22.11. führen meine lieben Kollegen Pheline Roggan, Matthias Scheuring und meine Wenigkeit unsere szenische Lesung von Roberto Bolaños „Lumpenroman“ in Bremen auf. Und zwar Hier:

Theatersaal der Universität Bremen

Bibliotheksstaße
28359 Bremen (Horn-Lehe)

um 20 Uhr.
Es könnte gut werden:

Die junge Italienerin Bianca und ihr Bruder sind kürzlich Waisen geworden. Sie vernachlässigen die Schule und bemühen sich, mit schlecht bezahlter Hilfsarbeit, die schmale Waisenrente aufzubessern. Weil man so auf keinen grünen Zweig kommt, wird Bianca von ihrem Bruder und zwei seiner Freunde dazu gedrängt, einen kriminellen Plan auszuführen. Sie soll als Gespielin eines abgehalfterten, blinden Bodybuilding-Weltmeisters dessen Anwesen nach einem angeblich existierenden Tresor ausspionieren, um “das Glück zu wenden”.

Bianca, diese “betrügerische Betrogene”, deren Schicksal mit “unerbittlich zarter Stimme” erzählt wird, lebt mit ihrem Bruder in “andauernder emotionaler Taubheit”. Jenseits ihrer Albträume, Sehnsüchte und Träume versuchen sie, sich den Panzer der Illusionslosigkeit zuzulegen, “als wollten sie ihre Wunden vereisen.” … “Und doch handelt das Buch von einer Befreiung aus der eigenen Macht- und Lieblosigkeit – die Fähigkeit zum Handeln wird zurückgewonnen oder sie wird überhaupt erst erlangt.” (Deutschlandfunk)
Kunst, schrieb Roberto Bolaño, müsse “den Kopf ins Finstere stecken können, ins Leere springen können, im Wissen darum, dass es sich bei der Literatur um etwas Gefährliches handelt.”
Die sogenannten “Schattenseiten” hat der 1953 in Chile geborene große Schriftsteller, der in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern lebte, 1973 nur durch glückliche Umstände aus Pinochets Kerkern entkam und sich 1977 in Spanien niederließ, reichlich am eigenen Leib erfahren. Als junger Mann “das Leben eines wilden Poeten mit Drogenkonsum” führend, schlug er sich später als Hafenarbeiter, Tellerwäscher, Kellner, Souvenirverkäufer und Nachtwächter durch. Entdeckt, gefeiert und mit Preisen überschüttet wurde er erst ab 1998, fünf Jahre vor seinem Tod.